Schlagwortarchiv für: Umgestaltung

Stadtexperiment Taunusplatz in Langen

Über eine Umgestaltung des Taunusplatzes in Langen wird seit vielen Jahren diskutiert: Der nur provisorisch mit Fertigelementen geteilte Platz wirkt aktuell öde und abweisend, die großzügig bemessene Fahrbahn führt zu hohen Geschwindigkeiten im Kfz-Verkehr.

Im Auftrag der Stadt hat R+T im Sommer einen Vorschlag vorgelegt, wie der Verkehrsraum neu geordnet und Platz für mehr Aufenthaltsqualität gewonnen werden kann. Dieser Vorschlag soll im Rahmen eines „Stadtexperimentes“ in einer zweijährigen Testphase auf Alltagstauglichkeit geprüft werden. Dazu hat die Stadtverordnetenversammlung in Langen nun grünes Licht gegeben, sodass der Taunusplatz noch vor dem Frühjahr umgestaltet werden kann.

Mehr Informationen dazu finden sich auf der städtischen Website.

Skizze Taunusplatz Langen
Handskizze mit geplanter Sichtachse der verschwenkten Gartenstraße

Deutscher Verkehrsplanungspreis 2024 für Konstanzer Verkehrskonzept

C-Konzept Konstanz

Das von R+T mitentwickelte Verkehrskonzept für Konstanz wurde mit dem Deutschen Verkehrsplanungspreis 2024 ausgezeichnet. Dieser stand 2024 unter dem Motto „Lebenswerte Straßenräume durch angepasste Geschwindigkeiten“. Neben Bielefeld wurde auch die Stadt Konstanz mit dem Preis bedacht, der alle zwei Jahre von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) und dem ökologischen Verkehrsclub VCD ausgelobt und vom Deutschen Städtetag unterstützt wird.

Jurymitglied Thomas Mager vom VCD-Bundesvorstand betont die Stärken des Konstanzer Beitrags: Sie lägen in der Verbindung von mehreren städtebaulichen Maßnahmen, kombiniert mit der flächendeckenden Einführung von Tempo 30. „Vorbildlich ist der übergreifende Ansatz“, so Mager. „Konstanz schlägt die Brücke zur Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen und denkt langfristig. Der ruhende Verkehr soll weniger und der fließende langsamer werden. Am Ende könnte eine weitgehend autofreie Innenstadt stehen“.

Schon im Jahr 2014 begann R+T mit ersten Voruntersuchungen und Verkehrserhebungen. Es wurde ein Verkehrsmodell erstellt, verschiedene Verkehrsführungsvarianten bewertet und die Leistungsfähigkeit mithilfe von Mikrosimulationen untersucht. Da daraus hervorgegangene C-Konzept „ist richtungsweisend für die Verkehrsplanung in unserer Stadt“, findet der Konstanzer Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn.

Nach Ansicht von SRL und VCD ist das Konzept auch richtungsweisend für die Verkehrsplanung in Deutschland, was durch die Auszeichnung deutlich wird. Wir gratulieren der Stadt Konstanz und freuen uns sehr über diese Anerkennung!

„Langer Atem lohnt sich“

Wir haben uns sehr gefreut, in der Darmstädter Tageszeitung (Darmstädter Echo) einen Artikel lesen zu können, der retrospektiv unsere Arbeit unter die Lupe nimmt und nach drei Jahren ein positives Fazit zieht. Es wird sogar das Gedankenspiel unternommen, ob unser Entwurf für den Emanuel-Merck-Platz auch als Blaupause für weitere Straßen dienen könnte.

Wir waren überzeugt davon, dass die jahrzehntelang vorhandenen vier Fahrstreifen auf der Frankfurter Straße nicht (mehr) erforderlich sind. Unsere Überzeugung haben wir auch verkehrstechnisch nachweisen können, dennoch mussten viele Widerstände aus dem Weg geräumt werden und Entrüstungs-Stürme ausgehalten werden. Es ist daher an der Zeit, sowohl der Stadt als auch der Firma Merck zu danken, die als unsere Partner die städtebauliche und verkehrsplanerische Idee mitgetragen und umgesetzt haben. Wir sehen die gelungene Gestaltung als einen kleinen Baustein für die Verkehrswende.

Somit zeigt sich, dass unsere Arbeit nicht nur von Fachleuten positiv bewertet wurde, sondern auch von denen, für die wir arbeiten: den in den Städten lebenden und arbeitenden Menschen.

Durch das Anklicken des folgenden Bildes können Sie diesen informativen Artikel auch lesen:

Langer Atem lohnt sich
Langer Atem lohnt sich – Echo-Artikel vom 4.8.2021

Nominierung für den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2019

Die planerische Idee für die Neugestaltung des Emanuel-Merck-Platzes wurde für den Deutscher Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2019 in der Kategorie „Baukultur“ nominiert.

Das Projekt wurden von den Büros R+T Verkehrsplanung, Henn Architekten, Topotek 1 Landschaftsarchitekten und Schönhofen Ingenieure im Auftrag der Stadt Darmstadt und der Firma Merck bearbeitet. Der neue Platz wurde 2018 eingeweiht. Einen Vorher-Nachher-Vergleich der Situation bietet das nachfolgende Video, das wir anlässlich der Nominierung erstellt haben.

Stadtmitte Kaiserslautern wird erneuert

Wappen Kaiserslautern

Im März 2015 hat in der Stadtmitte Kaiserslautern das neue Einkaufszentrum „K in Lautern“ eröffnet. Es grenzt direkt an die Fußgängerzone an. Das Grundstück war bisher auf beiden Seiten von hochbelasteten Straßen im Einrichtungsverkehr umgeben. Um diese Insellage aufzuheben, wurde der Kfz-Verkehr auf der Nordseite im Gegenverkehr gebündelt. Auf der Südseite konnte ein Aufenthaltsbereich mit einer „Umweltspur“ für den Fuß-, Rad- und Öffentlichen Verkehr geschaffen werden. Die Barriere zwischen dem Einkaufszentrum und der Fußgängerzone ist beseitigt. Die Umwandlung der autogerechten Innenstadt in eine attraktive Stadtmitte soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden.

R+T konnte mit Hilfe eines Verkehrsmodells zeigen, dass durch die Aufhebung des Einbahnstraßenrings der Kfz-Verkehr im Stadtzentrum von 40.000 auf 25.000 Kfz/Tag reduziert wird, indem Umwege entfallen. Die Orientierung wird wesentlich erleichtert. R+T hat die neuen Straßenräume entworfen und die verkehrstechnische Machbarkeit durch ein mikroskopisches Simulationsmodell nachgewiesen. 

Weitere Informationen finden Sie in der Bauwelt 24.14 („Vom Umbau autogerechter Städte – ein Beitrag zur Baukultur“) und auf der Homepage der Stadt Kaiserslautern unter diesem Link.

Pforzheim gestaltet Zerrennerstraße zum Stadtboulevard um

Die Stadt Pforzheim beabsichtigt, die vom Kfz-Verkehr dominierte Zerrennerstraße, die heute die Innenstadt durchschneidet, zu einem Stadtboulevard umzugestalten. Hierfür sollen die Kfz-Verkehrsflächen stark reduziert, großzügige Fuß- und Radverkehrsflächen geschaffen und die Gestaltungsqualität deutlich verbessert werden. Die Trennwirkung der Straße wird dadurch erheblich gemindert, Fuß-, Rad und Öffentlicher Verkehr werden gefördert und ein Straßenraum hoher Aufenthaltsqualität entsteht. Sofortmaßnahmen wurden im Herbst 2014 bereits umgesetzt.

R+T ermittelte mithilfe eines Verkehrsmodells die zu erwartenden Verkehrsverlagerungen ins umgebende Straßennetz. Die verkehrstechnische Machbarkeit wurde durch ein mikroskopisches Simulationsmodell nachgewiesen. Optimierungen am Innenstadtring wurden entwickelt. Anschließend hat R+T die Vorplanung zur Umgestaltung der ca. 700m langen Zerrennerstraße und die Entwurfsplanung für die Sofortmaßnahmen erstellt. Für die Öffentlichkeitsarbeit wurde die Gestaltung des Straßenraums mit den Sofortmaßnahmen in Zusammenarbeit mit pixellab.GmbH fotorealistisch visualisiert.

Die Informationsbroschüre der Stadt zu den Sofortmaßnahmen können Sie hier herunterladen.

Vom Umbau autogerechter Städte – ein Beitrag zur Baukultur

Prof. Dr. Hartmut Topp (topp.plan) und Dr. Ralf Huber-Erler (R+T) zeigen in ihrem Artikel „Ein ungeliebtes Erbe“ (Zeitschrift „Bauwelt“ 24.14) gelungene Beispiele für die Reparatur autogerechter Straßenräume in Ulm, Ludwigshafen, Pforzheim und Kaiserslautern. Dabei geht es um die Rückgewinnung von Kfz-Verkehrsflächen für andere Verkehrsteilnehmer und für Straßenrandnutzungen, ein verträgliches Miteinander der Verkehrsarten, die städtebauliche Integration und anspruchsvolle Gestaltung der Verkehrsanlagen und einen sensiblen Umgang mit dem historischen Stadtgrundriss. In Pforzheim soll hierfür sogar eine Straße komplett zurückgebaut werden. R+T und topp.plan haben die Projekte teilweise angestoßen und geplant. Sie wollen damit einen Beitrag zur städtebaulichen Bemessung und zur Förderung der Baukultur in Deutschland leisten.

Den Artikel können Sie hier herunterladen und lesen.